Teambericht zum Abendrennen des MS Vehrte in der Motorsport Arena Oschersleben vom 10.06.2006
Am 10. Juni war sie also schon zu Ende, die 2 Monatige Pause im Terminkalender des Börde Sprint Cup 2006 und es hieß wieder einmal zusammenpacken für den nächsten Einsatz in der Motorsport Arena Oschersleben.
Die lange Pause wurde von unserem Team genutzt, den bewährten Motor komplett zu revidieren und bei der Gelegenheit dezent zu optimieren. Im Lastenheft stand Leistungszuwachs ohne die Haltbarkeit zu gefährden, also keine erhöhte Motordrehzahl. Dieses wurde durch überarbeiten des Zylinderkopfes und Austausch der Nockenwellen im Rahmen des Reglements erreicht. Anfang Mai waren alle erforderlichen Teile eingetroffen und wir konnten das Triebwerk demontieren und in die bewährten Hände von Fredy Quade, Chef der Firma
Voss-Motorsport in Ladbergen übergeben. Dort wurde das Triebwerk innerhalb von nur einer Woche komplett zerlegt, revidiert und entsprechend modifiziert. Anfang der 22. KW konnten wir das fertige Triebwerk wieder in unsere Göttin montieren. Am 1. Juni wurde die Motorelektronik auf dem Prüfstand der Firma MTO-Engineering in Ladbergen angepasst. Dort bestätigte sich die perfekte Umsetzung unserer Wünsche. Bei der abschließenden Leistungsmessung konnte Thorsten Osterhaus, Elektronikspezialist und Inhaber der Firma MTO-Engineering, einen deutlichen Leistungszuwachs ohne Erhöhung der maximalen Drehzahl feststellen.Am 2. Juni konnten wir mit dem kompletten Fahrzeug zu einem kleinen Roll-Out in das ATP-Testgelände in Papenburg aufbrechen. Leider wurde unsere Tatendrang durch Bremsenprobleme eingeschränkt. Der Motor allerdings lief von Beginn an perfekt.
Nach nochmaliger Durchsicht des gesamten Fahrzeugs sowie Erneuerung von beinahe der gesamten Bremsanlage incl. Hauptbremszylinder (vielen Dank Guido) und sämtlicher Bremsscheiben und Beläge (vielen Dank Sven) startete benahe das gesamte Team am Morgen des 10. Juni in Richtung Oschersleben. Wir erreichten die Motorsport Arena gegen 11:00 Uhr, wo das Fahrerlager schon sehr gut gefüllt war, da zeitgleich eine große Motorrad Veranstaltung (ADAC 1000 Berge Trophy) stattfand. Dank der Bemühungen unseres Kollegen Wim Wiehemeijer aus Holland konnten wir die einzigen freien Boxen nutzen. Bei den sommerlichen Temperaturen ein großer Vorteil. An Bord waren bei diesem Rennen Sven mit Vater Klaus und den Töchtern Lisa und Marie, Guido, Frank (Lowmax) mit Freundin Alex, Christine mit Freundin Annette, Joachim mit Vater und Familie.
Gegen 14:00 Uhr konnten wir ohne Probleme Dokumenten- und technische Abnahme absolvieren und konnten es uns noch etwas gemütlich machen, da erst um 17:15 Uhr die Fahrerbesprechung im Zeitplan stand. Diese wurde wie immer ausführlich und informativ von Orgaleiter Günter Jarecki und Rennleiter Franz-Josef Moormann moderiert. Es wurde eindringlich auf die Disziplin der Fahrer währen Gelbphasen hingewiesen und diese Problematik mit einem Unfallvideo aus Monaco untermalt, welches bei den Fahrern garantiert einen bleibenden Eindruck hinterließ.
Pünktlich um 18:15 Uhr gab Rennleiter Franz-Josef Moormann das 35 Minütige Training frei. Andreas nutzte die Zeit, Reifen und die neuen Bremsen anzufahren und kontrollierte gleichzeitig die volle Funktionstüchtigkeit des Fahrzeugs. Nach der umfangreichen Modifizierung ein wichtiges Unterfangen. Ohne nennenswerte Probleme konnte unser Fahrzeug nach 8 Runden als voll Renntauglich in der Box geparkt werden. Nochmals alles kontrollieren, Luftdrücke und Reifentemperaturen dokumentieren und auf den Start warten. Unter Berücksichtigung der extremen Temperaturen (Ca. 60 °C) im Fahrzeug war es ebenfalls enorm wichtig, den Fahrer mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen. Ein Verlust von ca. 2 Kilogramm Flüssigkeit bei diesen Bedingungen ist völlig normal.
Wie schon in den vergangenen Rennen nutzen wir die Boxenposition am Ende der Boxengasse, um unser Fahrzeug möglichst vorne in der Startaufstellung zu positionieren, um dem Verkehr auf der Strecke möglichst aus dem Weg zu gehen. In der ersten gezeiteten Runde kam es dann leider doch zu einer Situation, die einen Zeitverlust von ca. 10 Sekunden mit sich brachte. Im Bereich der engen Schikane rollte Raphael Roscher mit seinem neu aufgebauten Porsche Boxter am rechten Fahrbahnrand mit technischem Defekt aus, Opel Calibra Pilot Thorsten Fischer passierte diesen Bereich extrem vorsichtig, sozusagen im Schritttempo und durfte entsprechend erst nach der grünen Flagge auf der Gegengeraden überholt werden. Es ist in jedem Fall korrekt, in einer "Gelbzone" die Geschwindigkeit zu reduzieren, jedoch sollte dieses in Abhängigkeit von der Gefahrensituation geschehen, welche in diesem Fall deutlich einzusehen war. Durch den von Thorsten verursachten "Stau" kam es weiterhin auf der folgenden Gegengeraden zu gefährlichen Situationen, aus denen gottlob kein weiterer Unfall entstand. Im Formationsflug mit Teamkollegen Frank Lohmann im Grp. H Polo setzte Andreas das Rennen mit etwas Kragenweite fort. In der 7. Runde kam es erneut zu einer kritischen Situation, als Andreas beim Anbremsen der Shell-Essens Schikane den Ibiza beinahe verlor, da das Fahrzeug mit der rechten Fahrzeugseite auf eine nicht sichtbare Ölspur geriet. Mit viel Glück konnte Andreas das Fahrzeug wieder einfangen, nur um in der Shell Essens wieder auf der weiterführenden Ölspur auszurutschen. Offensichtlich wurden die Streckenposten erst durch die Not der Teilnehmer aufmerksam, und zeigten in der folgenden Runde die Ölflagge. Frank konnte diese Situation deutlich besser meistern, da er durch die merkwürdige Linie des Ibiza gewarnt war. Ein weiterer Zeitverlust von ca. 6 Sekunden musste durch diese Situation hingenommen werden. Auch Klassenkonkurrent Thorsten Röttger war nach eigenem Bekunden durch diese Ölspur "offroad" und verlor etwas Zeit. Ohne weitere Probleme konnte der erste Rennlauf beendet werden. Mit Frank im Schlepptau ging es nach 12 gezeiteten Runden zurück zur Box zum kleinen Service. Hier wurden Fahrzeug und Fahrer mit den notwendigen Betriebsflüssigkeiten versorgt, die Vorderräder des Ibiza gewechselt und alles für den 2. Rennlauf vorbereitet. Etwas mehr Arbeit hatte Frank, dessen Polo bereits in der 3. Runde den Generator-Keilriemen verloren hatte.Auf der Ergebnisliste des ersten Rennlaufes erschienen wir nur auf Platz 4 in der Klasse. Thorsten Röttger im Golf 16V, Michael Friedenstab im 2 Liter M3 und Rudolf Hoffmann im Mazda RX8 waren vor uns platziert, was den Ärger über die "Calibra Situation" nochmals vergrößerte.
Nach 15 Minütiger Pause wurde dann der 2. Rennlauf gestartet. Frank ließ sich deutlich zurückfallen und wir konnten beinahe den gesamten Rennlauf frei fahren. Mit Rundenzeiten im 1:48er und 1:49er Bereich versuchte Andreas erfolgreich, den verlorenen Boden auf die Klassenkonkurrenz wieder gut zu machen. Bis zur 9. Runde verlief alles ohne besondere Vorkommnisse. Eingangs Start und Ziel fand Andreas dann plötzlich die Strecke in eine dichte Rauchwolke verhüllt. Die Sicht durch die Rauchwolke war nur schwer möglich, es konnte also nicht ausgeschlossen werden, dass sich Hindernisse auf der Strecke befanden und entsprechend mit Vorsicht passierte Andreas die Finish Line. Ebenso wurde er bereits am Eingang der Geraden auf eine gewaltige Ölspur auf der rechten Seite der Geraden aufmerksam und passierte die Start-Finish Gerade komplett auf der linken Seite. Erst in der Kurve vor dem Hotel musste die Ölspur gekreuzt werden und es wurde entsprechend rutschig. Einigen Teilnehmern ist diese Ölspur offensichtlich nicht aufgefallen, so fand sich der Renault Clio der Berliner Familie Welke weit abseits der Strecke im Kiesbett wieder. In der 11. Runde verunfallte Ex Meister Markus Bulgrin am Ende der Gegengeraden, als der vordere linke Radträger an seinem Fahrzeug brach und er außen in der Shell Essens zu stehen kam. Andreas konnte zwar die 12 gezeiteten Runden absolvieren, aufgrund der gefährlichen Parkposition von Markus entschloss sich die Rennleitung aber dann richtigerweise, das Rennen mit der roten Flagge abzubrechen, so dass nur 10 Runden zur Wertung herangezogen wurden. Dieses verhalf Markus sogar trotz des Ausfalls noch zum Klassensieg in der Youngtimer Klasse.
Der Blick auf die Ergebnisliste brachte dann zwar Erleichterung, da wir uns mit der zweitschnellsten Klassengesamtzeit im 2. Rennlauf hinter Ralph Bohnhorst (ehem. Motorrad Profi und Leiter der Shell Racing Academy in der Motorsport Arena Oschersleben) im ehemaligen Fromhold Escort auf den 2. Klassenplatz vorgearbeitet hatten, brachte aber unter Berücksichtigung des Rückstandes von 8 Sekunden auf Thorsten Röttger die Situation aus dem ersten Rennlauf und damit die vergebene Chance auf den Klassensieg zurück in das Gedächtnis. Nachdem der erste Ärger verflogen war und ein Blick in die anderen Klassen die Gewissheit brachte, dass die Konkurrenz um den Börde Sprint Cup Titel ebenfalls Federn lassen musste, überwog am Ende doch die Freude über das Erreichte und die sehr schöne Veranstaltung bei traumhaftem Sommerwetter. Leider mussten unsere Boxenkollegen Wim Wiehemeijer, (Getriebeschaden im STW 320i) Maik Kruse und Stefan Scholz (Kollision mit Michael Friedenstab) und Axel Schröder (Motorprobleme im Grp. H Kadett) allesamt Ausfälle hinnehmen. Einen gigantischen 2. Rennlauf absolvierte unser Chefmechaniker Frank alias Lowmax im 1300ccm³ Grp. H Polo. Mit einer Bestzeit von 1:47,5 nahm er unserem Ibiza im 2. Wertungslauf 6 Sekunden ab und belegte in der zusammengelegten Gruppe H bis 2000ccm³ den sensationellen 4. Platz. Er konnte sogar deutlich stärkere Opel Kadett hinter sich lassen.
Nach einer äußerst angenehmen Dusche fand um 21:30 Uhr die Siegerehrung statt, bei der wir uns über eine weitere Kristalltrophäe freuen durften. Anschließend wurde zusammengepackt und gegen 23:00 Uhr die Heimreise angetreten. Gegen 2:30 Uhr erreichten wir wohlbehalten die Heimat und konnten ein weiteres schönes Rennwochenende abhaken. Unser Dank geht an den MS Vehrte und die Motorsport Arena Oschersleben, die uns Aktiven abermals ein perfektes Abendrennen boten. Ein weiterer besonderer Dank auch an die Funktionäre und Streckenposten, die stundenlang für uns in der prallen Sonne standen!!!
Ein dickes Dankeschön geht an Fredy Quade von Voss-Motorsport und Thorsten Osterhaus von MTO-Engineering, die uns einen Supermotor gebaut haben. Unsere bewährte Standfestigkeit ist erhalten geblieben.
Ein riesen Dankeschön geht an unser sensationelles Team, welches mit z. T. großem Zeitaufwand diesen Entwicklungsfortschritt unserer gelben Göttin ermöglicht hat und trotz der Probleme, die auftraten, den Kopf nicht in den Sand gesteckt hat, sondern zielgerichtet die Probleme abgearbeitet und gelöst hat. Ihr seid wirklich die größten! DANKE!!!
Bedanken möchte ich mich auch bei Karla, Christine und Walli für die tollen Salate, sowie bei Annette für die Fotos.
Ebenso ein großes Dankeschön geht an unsere Sponsoren, ohne die unsere Aktivitäten nicht möglich wären. Besonders bedanken möchte ich mich bei den Firmen Textil und Eiltransporte Guido Schäfer, der Firma RS-Tec24 für die Unterstützung bei der Ersatzteilbeschaffung sowie bei der Geschäftsführung des ATP-Testgeländes in Papenburg für die Testmöglichkeit!
Das nächste Rennwochenende findet am 29. Juli in Form des 100 Minuten Abendsprint statt und wird vom VCB Berlin ausgerichtet.
Bis dahin viele Grüße im Namen des gesamten Teams Seat Racing Osnabrück.
Wir sehen uns................
Andreas von der Haar
P.S. Unser Team hat Zuwachs bekommen! Das gesamte Team freut sich mit den jungen Eltern Stephan und Cynthia Schäfer und gratuliert sehr herzlich zum gesunden Sohn Leon, (passender Name Respekt) der am 13.06.2006 um 23:29 Uhr das Licht der Welt erblickte, 3000g schwer war und bereits 50 cm groß ist. Lieber Leon, herzlich Willkommen auf dieser Welt und in unserem Team!

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