Teambericht zum BATC-Saisonfinale des Börde-Sprint-Cup 2006 in der Motorsport Arena Oschersleben vom 29.10.2006

 

 

Nach einer langen Pause seit der August Veranstaltung (Absage VCB Sprint am 16. September) stand am 29. Oktober das große Final vor der Tür. Für uns war die Pause eigentlich genau passend, da wir vom August Rennen doch einige Arbeit mit nach Hause gebracht haben. Dort hatte uns ein Getriebeschaden ereilt und aufgrund eines kleinen Öldruckproblems war eine Kontrolle des Motors erforderlich. Zusammen mit Chefmechaniker Lowmax wurde das Getriebe demontiert und zur Revision zu unserem Spezialisten "Voss-Motorsport" gebracht. Dort wurden die defekten Teile in Rekordzeit ausgetauscht und alles überprüft. Anschließend wurde das Getriebe wieder montiert und das Fahrzeug zur Überprüfung des Motors zu "Voss-Motorsport" transportiert. Hier wurde aufgrund der absolvierten Laufzeit planmäßig das Ventilspiel überprüft. Weiterhin wurden die Pleuellager überprüft und ausgetauscht. Anschließend wurde das Fahrzeug von Frank auf dem Rollenprüfstand eingefahren und komplett überprüft. Nachdem alles tadellos funktionierte, wurde unsere Göttin zurück nach Osnabrück gebracht. Wie nach jedem Rennen wurde die komplette Bremsanlage gereinigt und überprüft und an der Vorderachse mit neuen Bremsklötzen versehen. Abschließend wurde ein Tag Arbeit in das Fahrwerk investiert. Auf der Radlastwaage wurde die Gewichtsverteilung optimiert und mit unserer neuen Beissbarth-Anlage das komplette Fahrwerk vermessen und eingestellt. Vielen Dank nochmals an unseren Chefschrauber Lowmax für die viele Arbeit, die ihm unsere Göttin bereitet hat. Ebenso an Voss-Motorsport und MTO-Engineering für die Unterstützung.

Am 28. Oktober machte sich dann der Großteil unseres Teams auf den Weg in die Magdeburger Börde. Frank alias Lowmax und Familie Schulte waren schon am Freitag nach Oschersleben gefahren, um mit seinem Polo die Slalomveranstaltungen am Samstag zu bestreiten. Ebensfalls unsere Gäste, Giesela und Holger Guse waren bereits am Freitag vor Ort.

So erreichten wir gegen Mittag die Motorsport Arena, beinahe zeitgleich mit unseren Freunden vom Holländischen Team WRD-Racing mit Fahrer Wim Wiehemeijer. Nachdem die Box eingeräumt war, konnten wir Frank zur Hand gehen, der mit regnerischem Wetter beim Slalom zu kämpfen hatte. Anschließend gab es zu Mittag eine kräftige Erbsensuppe mit Würstchen. Am frühen Nachmittag kam auch unser Elektronikspezi Thorsten Osterhaus von der Fa. MTO-Engineering an, der zum einen seine Kundschaft unter den Bördesprintern unterstützen wollte und unserem Team einen Besuch abstatten wollte. Netterweise stellte er uns sein Videosystem zur Verfügung, welches mit Zwei Kameras und Einblendung der Daten aus unserem Display sicherlich einmalige Filmaufnahmen liefern wird.

Auch Sven und Ria kamen am Abend in Oschersleben an.

Am Abend absolvierten wir problemlos die Dokumenten und Technikabnahme und konnten uns anschließend einem gemütlichen Abend hingeben. Gegen 23:00 Uhr verabschiedete sich allerdings ein Teil der Mannschaft bereits, da schon um 8:30 Uhr die Fahrerbesprechung auf dem Zeitplan stand.

In der Nacht wurde unser Wohnmobil von starken Sturmböen geschüttelt, die auf nicht unbedingt gutes Wetter schließen ließen. Dieses wurde am frühen Sonntag Morgen beim ersten Blick aus dem Wohnmobil bestätigt. Dichte Wolken, Regen und Sturmböen prägten den frühen Morgen. Auf die schnelle wurde ein kurzes Frühstück genossen, dann war schon Umziehen angesagt und der Rennleiter rief zur Fahrerbesprechung. Diese wurde im Pressezentrum durchgeführt und wurde souverän mit Beamerunterstützung von Rennleiter Burkhard moderiert. In einer separaten Einweisung wurden die Bördesprint Neulinge gebrieft. Kurz vor dem Rennen trafen dann auch noch die letzten Gäste ein. Carsten, mein Bruder, erschien mit Freundin und Söhnen zum Daumendrücken. Ebenso Jörg Müller von Sponsor City-Trans mit Freundin und Kindern. Um 9:00 Uhr wurde dann vom Rennleiter die Boxenampel zum ersten Training auf grün geschaltet. Die Bedingungen waren ziemlich rutschig und die Sicht hinter anderen Teilnehmern sehr schlecht. Andreas fuhr einige Runden zum eingewöhnen und zum entholzen der lange nicht mehr benötigten und auch nicht mehr ganz neuen Regenreifen. Nach einem Zwischenstopp zum kontrollieren des Luftdrucks und des restlichen Fahrzeugs beendete Andreas das Training. Auch für den ersten Rennlauf war Regenbereifung erforderlich. Als erster begannen wir Lauf 1 und fuhren eine zügige Einführungsrunde. Am Beginn der ersten Runde kam direkt vor unserem Ibiza der Mazda RX8 von Klassenmitstreiter Rudolf Hoffmann aus der Box. So entwickelte sich ein direkter Zweikampf. Allerdings konnte sich Rudolf leicht absetzten. Die neuen Yokohama Regenpneus auf seinem Mazda waren schon deutlich besser, als unsere 5 Jahre alten Michelin. Es ist offensichtlich doch einmal an der Zeit, sich nach neuen Regenreifen umzusehen. Ansonsten gab es keine besonderen Vorkommnisse. In der Pause wurde penibel alles kontrolliert und das Fahrzeug für den 2. Rennlauf vorbereitet. In der Zwischenzeit wurde es auch deutlich trockener auf der Strecke, für die profillosen Trockenreifen war es allerdings noch zu früh. Also auf ein neues! Ohne Druck absolvierte Andreas die restlichen 10 Runden und erreichte sicher das Ziel. Ab Mitte der Sektion galt es bereits, sich um die Regenreifen zu sorgen, da die Ideallinie z. T. bereits trocken war. Also immer über die restlichen feuchten Stellen fahren und die Reifen kühlen. Gespannt warteten wir anschließend auf den Aushang. Hier wurde uns ein 2. Platz in der Klasse N5 unter 11 Startern sowie ein 8. Gesamtplatz im Rennen unter 32 Startern gutgeschrieben. Auch die Ergebnisse der Mitstreiter um die Meisterschaft wurden notiert und dann begann das große Rechnen. Die Berechnung ergab, dass Marcus Bulgrin aufgrund der geringen Starteranzahl unseren Vorsprung nicht mehr einholen konnte. Auch auf die restlichen Mitstreiter war der Vorsprung ausreichend. Dieses galt auch für die Niedersächsische Rennsportmeisterschaft. Theoretisch hätten wir also Feierabend machen können, aber so etwas kam natürlich für uns nicht in Frage. Schließlich sind wir zum Fahren gekommen und nicht zum Zusehen.

Also wurde das Auto in der kurzen Pause auf Trockenbedingungen umgerüstet. Der Tagesablauf war bei dieser Veranstaltung deutlich straffer, als gewohnt, da der BATC erstmals eine neue Idee, die BATC-Open, in die Tat umsetzte und den Start für den Nachmittag geplant hatte. Bei dieser Veranstaltung handelt es sich um eine Gleichmäßigkeitsprüfung für zugelassene Fahrzeuge sowie Oldtimer. Zwar waren für den Anfang nur 7 Starter auf der Strecke, aber diese Idee sollte weiterverfolgt werden.

Um 11:30 Uhr begann der 2. Bördesprint des Tages. Im Training wurden wieder nur die noch unbenutzten Slickreifen angefahren und alles geprüft. Nach dem Training wurde nochmals alles geprüft. Hierbei lokalisierte unser Lowmax austretendes Fett am Innengelenk der linken Antriebswelle. Eine Kontrolle der Dichtmanschette sowie der Verschraubung ergab keinen offensichtlichen Schaden. Wir entschlossen uns also zum Start. Direkt hinter Rudolf Hoffmann und dessen Mazda RX8 ging es auf die Strecke und es entwickelte sich ein direkter Zweikampf mit hohem Spassfaktor. Stoßstange an Stoßstange ging es Rundenlang um den Kurs, man konterte sich gegenseitig mit tiefen 1:47er Zeiten. In Runde 7 setzte sich der Youngtimer Scirocco von Oliver Misczyk zwischen uns. Am Ende der Runde wollte sich Andreas den Scirocco in der letzten Kurve zurechtlegen um diesen am Ende der Start und Zielgeraden zu überholen, um den Anschluß an Rudolf nicht zu verlieren. Leider kam er dabei am Bremspunkt der letzten Kurve nur 20 cm zu weit nach außen und somit auf den noch feuchten und sehr rutschigen Randbelag aus Kunstrasen. Es folgte ein phänomenaler Dreher mit Abflug tief in das Kiesbett der letzten Kurve. Wie gewonnen, so zerronnen. Das Auto steckte hoffnungslos fest und lag bis zur Bodengruppe im Kies. Nur mit Hilfe der sehr schnellen und umsichtigen Streckenposten konnte das Auto geborgen werden. Mit reichlich Kies an Bord fuhr Andreas zurück in die Boxengasse, um die Strecke nicht weiter zu verschmutzen. Offensichtlich hatte auch wieder die Servolenkung Schaden genommen. Die Lenkung war extrem schwergängig. Die tapferen Mechaniker machten sich direkt daran, das Fahrzeug zu kontrollieren und vom Kies zu befreien. Das sind immer die Situationen, in denen kein Fahrer bei seinen Mechanikern neue Freunde findet. Ca. 10 Kg. Kies wurden aus Motorraum und Unterfahrschutz herausgeholt. Gottlob war nur der Antriebsriemen der Servolenkung zerrissen. Zusammen mit den fleißigen Schraubern wurde beschlossen, dass Fahrzeug herzurichten und wenigstens ein paar Proberunden im 2. Rennlauf zu fahren. Pünktlich zum Start der Sektion war alles fertig, es fehlte zwar der Frontspoiler, aber technisch war alles oK. Sobald der Fahrer dann aber wieder im Auto saß und sich alles normal anfühlte, kam der Fahrspaß zurück und aus den Proberunden wurde eine komplette Sektion über 10 Runden mit durchschnittlichen Rundenzeiten. Erleichtert stelle Andreas das Fahrzeug im Parc-Ferme ab und nahm die ersten Glückwünsche der Mitstreiter entgegen. Auch die ersten Teammitglieder erschienen. Nach kurzer Zeit traf dann der Rest des Teams am Parc-Ferme ein. Wie im letzten Jahr waren alle mit frisch beschrifteten T-Shirts und lauten Pressluftfanfaren bewaffnet und es wurde lautstark gefeiert. Auch ein schönes Gruppenfoto wurde geschossen. Anschließend ging es zurück in die Box, wo schon alles für die Abreise vorbereitet wurde. Eine schnelle (eigentlich überflüssige) Dusche für den Fahrer und schon stand gegen 14:00 Uhr die stimmungsvolle Siegerehrung auf dem Programm. Hier durften wir einen schönen Pokal für den 2. Platz im ersten Rennen von Orga-Leiter Karl-Heinz Engel entgegennehmen. Auch ein "Bademeister Shirt" vom Team wurde überreicht und musste natürlich direkt anprobiert werden.

Direkt nach der Siegerehrung begab sich die komplette Mannschaft auf den Heimweg, um noch in der Teamhalle des Sieg gebührend zu feiern. Gegen 19:00 Uhr erreichten wir problemlos die Heimat. Der Grill war schon angeheizt und es hatte sich schon ein Teil der Mannschaft, sowie Haide und Pit versammelt. Mit großem Hunger machten wir uns über die Verpflegungsreste und die Getränke her. Anschließend wurde der Fahrer, gerade mit dem Abladen der Göttin beschäftigt, wieder Opfer einer Schampusatacke. Soviel zum Thema "vergebliche Dusche". Aber auch ein Fahrer lernt dazu und nahm reaktionsschnell zwei Teammitglieder, Klaus und Claudia, mit unter die Sektdusche. Also ein weiteres Mal unter die Dusche. Spät am Sonntag Abend endete in der Halle der Fa. Textil & Eiltransporte Schäfer die Motorsport Saison 2006. Erfolgreicher als je zuvor. Als nächstes steht nun am 17. Dezember unser interner Jahresabschluß im Hotel Melle auf dem Programm, zu dem alle Teammitglieder und Sponsoren geladen werden.

Abschließend kann sich der Fahrer nur wieder sehr herzlich für diese gigantische Saison bei allen Teammitgliedern, unseren Freunden und Sponsoren, sowie bei allen, die uns in dieser Saison unterstützt haben, bedanken. Ebenso ein Dank an die Motorsport Arena Oschersleben, an alle Veranstalter, deren Funktionäre und letztendlich auch an alle Mitstreiter für die tolle Saison mit äußerst fairem Sport!

Superschade lief es für unseren Boxennachbarn und Freund Wim Wiehemeijer, der aufgrund eines gebrochenen Schalthebels an seinem ex Schnitzer STW BMW 320i nur den 2. Klassenplatz belegte. Nach erfolgter Reparatur reichte die Zeit nicht mehr und Wim konnte in Lauf 2 nur 9 Runden absolvieren. Man beachte seine Zeiten, die er ohne Schalthebel, nur am Schaltseil ziehend und drückend in den Oscherslebener Asphalt brannte! Leider verpasste Wim hierdurch den 5. und letzten Platz in den Pokalrängen in der Bördesprint Cup Wertung um 0,37 Punkte.

In der Saison 2007 wird unser Team ein gemischtes Programm mit Starts auf der Nürburgring Nordschleife, dem Osnabrücker Bergrennen und natürlich einigen Starts im Börde Sprint Cup in Angriff nehmen. Wir hoffen, alle bleiben an Bord und unterstützen uns weiterhin so phantastisch..

Vielen Dank nochmals und allen einen ruhigen Winter

Andreas und das gesamte Team

 

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