Teambericht zum Dacia Logan Cup Rennen vom 22.03.2008

Auch der längste Winter geht einmal zu Ende und die neue Saison steht vor der Tür. In diesem Jahr begann diese mit einem Gaststart beim Dacia Logan Cup in Oschersleben. Der MSC Oldenburg hatte um fahrerische Unterstützung gebeten, da Stammfahrer Christof Thürey im Urlaub verweilte. Da der Dacia Cup schon immer das Interesse von Andreas geweckt hat, war diese Gelegenheit natürlich sehr willkommen. Am Karfreitag machten sich Andreas und Frank auf den Weg in Richtung Magdeburger Börde, den bewährten Ibiza auf dem Anhänger, da am Samstag Abend auch der erste Lauf zum Börde Sprint Cup 2008 in der Motorsport Arena stattfand. Am Freitag Nachmittag erreichten wir das Fahrerlager. Direkt wurden die Abnahmeformalitäten erledigt und wir konnten die Besonderheiten des Dacia Cup besprechen und eine Sitzprobe im bis dato völlig unbekannten Fahrzeug absolvieren. Anschließend richteten wir uns zusammen mit Hallenkollegen Stefan Scholz in Box 30 ein. Wie der Zufall es wollte, war direkt neben uns in Box 29 das Team TKS-Motorsport, welches uns vom 24H Rennen 2007 als unser Einsatzteam noch bestens bekannt war. Auch TKS nimmt in diesem Jahr am Dacia Logan Cup teil. Das Wiedersehen war entsprechend freudig.

Nachdem alles verstaut war, hieß es erstmals in diesem Jahr "Feuer frei" für den Grill und Steffi, der mit seiner kompletten Familie (Zündung und Sohn Leon) angereist war, zauberte leckere Würstchen und Steaks vom Grill. Nach ein paar Bier ging es dann zeitig ins Bett.

Um 7:30 Uhr am Morgen war dann aufstehen angesagt, ein kurzes Frühstück und in die Nomex Klamotten und hoch zur Box 2 zu unserem Dacia Team. Mit uns in der Box waren weiterhin das 2. Fahrzeug vom MSC Oldenburg und das Team der Fa. Bunte in Papenburg, in welchem der Sohn von Bunte Geschäftsführer Manfred Wendt sein erstes Autorennen bestritt. Um 9:30 Uhr stand die Fahrerbesprechung auf dem Plan, bei der Christian Ryzchny seine Premiere als Rennleiter gab. Souverän präsentierte Christian den Ablauf der Veranstaltung und die Besonderheiten des Dacia Cup. Direkt im Anschluß gab es eine 15 Minütige Streckeneinweisung unter Code 60 Bedingungen. Diese nutze ich, um ein paar Meter mit dem unbekannten Fahrzeug zu fahren und um die neue Bremse und die Reifen einzufahren.

Ab 10:30 Uhr stand ein einstündiges freies Training auf dem Plan. Tim Fasting fuhr den ersten Turn, um sich an die für alle neuen Reifen und an das fahren im nassen zu gewöhnen. Anschließend konnte Andreas die restliche Zeit nutzen, um sich an das für ihn völlig neue Fahrzeug zu gewöhnen. Leider gab es direkt Probleme mit Zündaussetzern, die bereits Tim aus seinem Turn gemeldet hatte. Auch ein Tausch der Zündkabel brachte keine Besserung. Erst ein Austausch aller Zündkerzen brachte die Lösung und der Motor lief mit voller Kraft und Andreas konnte die restliche Zeit zum lernen nutzen. Das anschließende 15 Minütige Qualifying fuhr Tim als der erfahrene Pilot aus der Stammmannschaft. Aufgrund der widrigen Bedingungen fuhr Tim das Auto auf Startplatz 23 von 28 Startern. Nach anfänglicher leichter Enttäuschung besannen wir uns dann aber auf das vor uns liegende, lange Rennen, in dem erfahrungsgemäß jede Menge passiert und erst nach 4 Stunden abgerechnet wird. Den Start sollte Tim bestreiten, da er deutlich mehr Erfahrungen mit dem Fahrzeug und dem Grand Prix Start hat. Hier stellte er direkt seine Kämpferqualitäten unter Beweis und gewann direkt in den ersten Runden 5 Plätze und etablierte sich in einer dichten Kampfgruppe im Mittelfeld. Bis zur 10. Runde, als Tim im Kampfgetümmel das Fahrzeug aus der Kontrolle verlor und am Eingang der Gegengeraden im Kiesbett feststeckte. Bis die tapferen Streckenposten das Fahrzeug befreien konnten, vergingen etwas mehr als drei Minuten. Nachdem Tim wieder Asphalt unter den Rädern hatte, begann er mit der berühmten Kragenweite 180 eine imposante Aufholjagd, die lediglich durch die zahlreichen "Code 60 Phasen" unterbrochen wurde. In Runde 19 nutze er eine solche Rennneutralisierung zum ersten Boxenstop. Da Tim einen guten Lauf hatte, wurde kurzfristig entschieden, dass er im Fahrzeug bleibt. Auf abtrocknender Strecke konnte er die Rundenzeiten ständig verbessern und schließlich in Runde 30 auf abgetrockneter Ideallinie die unsere schnellste Rennrunde fahren. In Runde 33 besuchte Tim dann zum 2. mal die Box. Nun übernahm Andreas den Oldenburger Cup Dacia zu seinem Turn. Pünktlich begann es wieder zu regnen, sodass sich die Rundenzeiten im gesamten Feld wieder deutlich verschlechterten. Zu Beginn versuchte Andreas, etwas zu pushen, konnte aber mehrmals nach etwas optimistischen Bremspunkten das Fahrzeug nur mit Mühe auf der Strecke halten und besann sich anschließend darauf, den Turn Fehlerfrei zu beenden. Dies gelang, unterbrochen von weiteren "Code 60 Phasen", relativ gut und Andreas konnte den Dacia in Runde 57 auf Platz 14 zurück an die Box bringen, wo Tim zum letzten Turn im Dacia platz nahm. Mit ähnlichen Rundenzeiten setzte Tim das Rennen fort und konnte sich bis auf Platz 10 nach vorne kämpfen. In Runde 66 endete die Aufholjagd dann leider erneut im Kiesbett, wo erneut ca. 5 Minuten von den Streckenposten benötigt wurden, um das Fahrzeug zu bergen. Auf Platz 19 konnte er das Rennen anschließend ohne Boxenstop fortsetzten und kämpfte sich mit viel Einsatz in den verbleibenden Runden zurück auf Platz 15. Somit konnten trotz allem wichtige Punkte für das Team ATP-Papenburg/MSCO1 eingefahren werden, außerdem stellte Tim den Dacia ohne einen einzigen Kratzer in das Park Ferme, was den meisten anderen Teilnehmern nicht gelang. Besonders gebeutelt wurde das Team ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt, welches 2 Fahrzeuge stark beschädigt verlor und als Titelverteidiger einen denkbar schlechten Saisonstart verbuchen musste.

Um eine interessante Erfahrung reicher verließ Andreas direkt nach der Zielflagge das Team, um sich auf den direkt im Anschluss stattfindenden Bördesprint vorzubereiten. Ein dickes Kompliment und ein lieber Dank gebührt allen Funktionären, die den ganzen Tag bei ca. 1°C Wind und Wetter ausgesetzt waren und trotzdem einen tollen Job gemacht haben. Ebenso ein dickes Dankeschön an das Team ATP-Papenburg/MSCO1 für das sehr schöne Rennen in eurem Team. Ich wünsche euch für en Rest der Saison alles Gute und hoffe, dass es in diesem Jahr endlich klappt und ihr ein Wörtchen bei der Vergabe des Titels mitreden könnt!

Mit einem lieben Gruß

Andreas

Copyright © 2008