Teambericht zum Bergrennen Osnabrück vom 12. und 13. August 2006

 

Es ist mal wieder August und das bedeutet: Bergrennzeit im Osnabrücker Land. Der Uphöfener Berg in der Gemeinde Borgloh, ca. 15 Km vor Osnabrück ruft und auch unser Team folgt diesem Lockruf traditionell. So bietet dieses nördlichste Bergrennen in Deutschland eine ideale Möglichkeit, uns auch einmal vor heimischen Publikum zu präsentieren, einmal mit Freunden ein Rennwochenende zu verbringen, die nicht immer dabei sind und vor allem für unsere überwiegend lokalen Sponsoren direkt vor der Haustür vor einem traditionell zahlreichen und begeisterten Publikum zu werben.

Bereits am Mittwoch vor dem Rennen begann das Projekt Bergrennen 2006 mit der Auswahl der Fahrerlagerplätze. Dieses gestaltete sich anfangs etwas schwerfällig, da aufgrund der schlechten Wetterprognosen für das Rennwochenende die große Fahrerlagerwiese für die Tourenwagen nicht zur Verfügung stand. Nach langer Diskussion mit den Verantwortlichen konnte vor allem aufgrund der Bemühungen von MSC-Organisator Holger Maes ein geeigneter Platz oberhalb der Formel-Fahrerlagers gefunden werden, der die 5 Lokalmatadoren aufnehmen konnte. Vielen Dank noch einmal, Holger!!!

Am Donnerstag rückte dann das Aufbau-Kommando an, um schon die Zelte und Wohnmobile aufzustellen. Unsere gelbe Göttin hatte am Nachmittag noch einen Termin bei der Fa. Bosch Service Scholz, um das Fahrwerk auf die neuen Dunlop-Bergreifen und die besonderen Bedingungen der Bergrennstrecke einzustellen. Anschließend wurde unser Fahrzeug direkt im Fahrerlager abgestellt und war bereit für den Einsatz. Am Freitag wurde der Rest der Aufbauaktivitäten von Guido und seinen Mitarbeitern Pit und Alfons erledigt. Vielen Dank noch einmal für die viele Arbeit, die ihr erledigt habt!!!

Anschließend begann die Veranstaltung mit Dokumenten und Technik Abnahme, die wir ohne Beanstandungen absolvieren konnten. Mittlerweile war unser Lokales Fahrerlager vollständig. Zusammen mit Maik Kruse, unserem Chefmechaniker Frank Lohmann, Tobias Stegmann und Andreas Kleine-Börger warteten wir gemeinsam darauf, dass es endlich los ging. Leider war zumindestens am Freitag das Wetter äußerst bescheiden. So regnete es beinahe den gesamten Tag die sprichwörtlichen Cat’s and Dog’s.

Am Samstag morgen rückten wir dann ab 7:30 Uhr in das Fahrerlager ein. Andreas wählte den Weg über Bissendorf, um die Rennstrecke in Gegenrichtung herunter zu fahren und die Streckenbedingungen vor allem im oberen Waldstück zu begutachten. Wie befürchtet war der Asphalt im Wald noch leicht feucht, auch der lange Rechtsbogen nach Posten 7 zeigte feuchte Stellen. Trotzdem entschlossen wir uns, auf die profillosen Dunlop Slickreifen zu setzten, zumal der Start erst zu 9:00 Uhr geplant war.

Bis dahin war Zeit genug für eine Tasse Kaffe und etwas Smalltalk mit anderen Fahrern. Gegen 9:15 Uhr rief Vorstartchef Carsten Wojak die ersten Teilnehmer an die Startlinie. Mit Startnummer 25 waren wir der ersten Startgruppe zugeteilt und begaben uns entsprechend früh in den ersten Trainingslauf. Mit entsprechender Vorsicht startete Andreas und fuhr die erste Gerade herauf. Hier zeigte sich, das sich das Werk unseres Motortuners Fredy Quade von der Fa. Voss-Motorsport auch am Berg bemerkbar machte. Die Motordrehzahl am Bremspunkt der "Bauernhaus Kurve" was spürbar höher, als im Vorjahr. Ohne Probleme konnte der erste Trainingslauf zu Ende gebracht werden, lediglich im Waldbereich war es etwas "Tricky" mit den Slicks auf den feuchten Stellen. Die Zeit von 1:18, 7 war oK. In den weiteren Trainingsläufen trockneten die feuchten Stellen komplett ab und ab Mittag konnte man ohne Rücksicht Gas geben. Etwas unverständlich ist für uns, das doch einige Teilnehmer schon im Training enorm viel riskieren und ihre Fahrzeuge z. T. nachhaltig zerstörten. Am schlimmsten erwischte es Jörg Totz auf dem schnellen Grp. A Honda Integra. Er kam im 2. Trainingslauf bei Posten 11 von der noch feuchten Strecke ab, durchbrach eine Reifenkette und prallte vehement gegen einen Baum. Das Fahrzeug dürfte als Totalschaden abzuschreiben sein. Jörg kam glücklicherweise nach einer Untersuchung im Kranken mit Prellungen und einem Schleudertrauma relativ glimpflich davon.

Gegen 18:00 Uhr beendete Rennleiter Kevin Ferner das Training nach sensationellen 5 Trainingsläufen für alle.

Am Abend begann dann der gemütliche Teil des Tages. Gut gefüllt, wie immer begann im Teamzelt unsere traditionelle Grillparty mit Freunden, Kollegen, Teammitgliedern und Sponsoren. Sehr lobenswert waren wie immer die leckeren Salate und Kuchen von diversen Spendern, denen ich hiermit sehr herzlich danken möchte für die viele Arbeit, die ihr alle hattet, um das Bergrennen auch in diesem Jahr wieder schön zu gestalten. Gegen 22:30 Uhr gingen dann aber die Lichter aus, da am Sonntag morgen frühes Aufstehen angesagt war und ein klarer Kopf von Nöten war. Nur einige Hartgesottene verlängerten den Abend bis in den neuen Tag.

Am Sonntag Morgen erreichten wir das Fahrerlager über Bissendorf um 7:30 Uhr. Der Rennsonntag begrüßte uns mit Sonnenschein und einer absolut trockenen Rennstrecke. Nach einer guten Tasse Kaffee begannen wir, unser Fahrzeug zu überprüfen. Alles war oK, lediglich eine undichte Kraftstoffleitung im Motorraum musst abgedichtet werden. Pünktlich um 9:00 Uhr gab Rennleiter Kevin Ferner die Strecke frei und das Rennen konnte beginnen. Der erste Rennlauf konnte in 1:14,8 entsprechend vorsichtig absolviert werden. Trotzdem konnte Klassenkonkurrent Jörg Diekriede auf seinem BMW 318is um ca. 4 Sekunden distanziert werden. Auch die mit unserer Klasse zusammengelegten 1600er Fahrer Andreas Kleine-Börger und Tobias Stegmann konnten deutlich distanziert werden.

Wurde der erste Rennlauf noch vor einer kleinen Zuschauerkulisse durchgeführt, so füllten sich die Zuschauerbereiche und auch das Fahrerlager im Laufe des Vormittags deutlich. Gegen Mittag war nur noch mit Mühe ein Durchkommen durch die Zuschauermassen. In den Medien wurde das Zuschaueraufkommen auf mehr als 12.000 Zuschauer am Wochenende geschätzt. Auf alle Fälle waren schon lange nicht mahr so viele Zuseher am Uphöfener Berg, wie in diesem Jahr. Die Sponsoren wird es freuen, lag doch auch unser Fahrerlagerplatz direkt an der Hauptstraße zur Strecke, so dass wir eigentlich von jedem Besucher wahrgenommen wurden.

Der zweite Rennlauf brachte dann eine problemlose Zeitverbesserung auf 1:14,3, Kollege Diekriede legte auch nach, der Zeitunterschied blieb aber konstant bei ca. 4 Sekunden. Man muß aber sagen, dass Jörg mit seinem seriennahen BMW 318is aus der Klasse V2 der BF-Goodrich Langstreckenmeisterschaft einen sehr guten Job gemacht hat. Mehr war mit seinem Fahrzeug sicherlich nicht möglich.

Im 3. Rennlauf konnte sich Andreas auf 1:14,1 steigern. Sollte die 1:13er Schallmauer im letzten Lauf doch noch fallen? Die Motivation, diese Grenze im letzten Rennlauf wurde jedenfalls immer größer.

Bereits um 14:30 Uhr wurde der 4. und letzte Rennlauf gestartet und zur besonderen Unterstützung wurde Andreas mit einer kleinen La Ola Welle unserer Teammitglieder und Besucher in den Vorstart entlassen. Voll konzentriert ging es auf die Strecke. Hier vielleicht einmal die Gedanken eines gestressten Fahrers während einen Berglaufes: Gott, ist dass hier uneben, das Auto springt auf den Bodenwellen der ersten Geraden hin und her. Dritter Gang ausgedreht, beinahe 7600 1/min Motordrehzahl, wo ist der Bremspunkt??? Ah, da ist Schnieders Hofeinfahrt, der Bezugspunkt zum Bremsen, also kräftig die Anker werfen. Scheiße, dass Heck Heck tanzt wieder Lambada, die Radlastwaage hätten wir doch nicht verschieben sollen, na ja, geht ja doch, also schön spät einlenken und nach dem Scheitelpunkt der ersten Links nach innen, mist, nicht so weit heraustragen lassen, der Rechtsbogen auf die 2. Gerade geht sonst nicht voll, aber passt doch noch, puh… Also schön mit viel Schwung auf die Gerade zur schnellen Rechts-Links Kombination. Spät bremsen, spät einlenken, gleich nach innen und voll über die Straßeneinmündung rüber, bloß nicht so weit heraustragen lassen. Mist, dass hat ja wieder mächtig gekracht im Auto, die Einmündung ist doch ganz schön hart. Aber schon vorbei, zeitig in den schnellen Linksbogen einlenken und vor dem Scheitelpunkt voll auf den Pin. Die kurze Gerade ist schnell vorüber, Posten 7 naht, eine der schwierigen Kurven in Osnabrück, schön spät bremsen und wieder innen bleiben. Mist, wo kommt denn der Dreck her, aber geht ja doch, also in die lange rechts vor dem Wald, beim Lenken in den dritten Gang, etwas nach außen tragen lassen und dann die A….backen zusammen kneifen und den Rest endlich voll fahren, dass muß doch gehen, oh oh, das Heck fängt an zu springen und zu stempeln, jetzt bloß nicht vom Gas, dann bist du weg, aha, sie geht also doch voll, warum nicht gleich so. Oha, da ist ja schon die links in den Wald, beinahe vor lauter Freude das Bremsen vergessen. Aber geht ja noch, links eingelenkt, durch und mit viel Schwung auf die Waldgerade. Oben vor Posten 11 schön spät bremsen und…… verdammt, wo kommt denn die abgestreute Ölspur her, stimmt, da war was in Lauf 3. Aber es geht ja doch, also geht die Zielkurve auch voll, schön heraustragen lassen bis an die Leitplanke, voll aufs Gas und mit viel Schwung in Richtung Lichtschranke und durchs Ziel. Sofort die Augen auf das Zeitendisplay gerichtet und nach einer kleinen Ewigkeit springt es um und zeit….. 1:13,8. Super, es geht doch, die La Ola Welle hat geholfen. Wie man sieht, kann man ganz schön viel denken auf 2030 Meter Rennstrecke. Zufrieden konnte Andreas die Göttin im Zielbereich abstellen und mit den Kollegen eine Klassensiegerrunde trinken. Der Gesamtabstand auf den Klassenzweiten Jörg Diekriede betrug am Ende ca. 16 Sekunden. Ein Super Ergebnis! Auch die Klassenkonkurrenz konnte zufrieden sein mit dem Ergebnis, mehr ist sicherlich mit einem Serienfahrzeug nicht möglich.

Bereits um 16:30 Uhr konnte MSC-Präsident Gerd Bücker zur Siegerehrung rufen, sehr zur Freude der Teilnehmer aus dem tiefen Süden, die noch einen sehr weiten Heimweg vor sich hatten.

Zusammen mit den Kollegen Kleine-Börger, Engelhard, Kreim und Wannek durfte Andreas dann das Siegerpodest betreten und den Klassensiegerpokal in Empfang nehmen. Die Freude im Team war groß, vor allem bei Töchterlein Charline, die hren Vater begleiten durfte.

Anschließend begann das große packen. Bereits gegen 18:30 Uhr war aber alles in der Halle verstaut und das erfolgreiche Bergwochenende konnte mit einem Blue beendet werden. Diesesm Resultat brachte uns 875 Punkte für die Niedersächsische Rennsportmeisterschaft und damit die deutliche Führung in diesem Championat.

Bereits am kommenden Samstag geht es in Oschersleben um wichtige Punkte im Börde Sprint Cup 2006, wo es ebenfalls gilt, unsere Gesamtführung zu verteidigen.

Der Fahrer bedankt sich abschließend bei allen Teammitgliedern, Freunden und Sponsoren, die uns am Berg unterstützt und angefeuert haben. Es war ein super Wochenende und hat viel Spaß gemacht. Ein besonderer Dank noch einmal an alle, die für die tolle Verpflegung gesorgt haben, beim Auf und Abbau unterstützt haben, den VIP-Shuttle gefahren haben oder ansonsten  geholfen haben. Ein Dankeschön auch an unseren holländischen Freund Wim Wiehemeijer für den netten Besuch und die Heizdecken. Ein besonderes  Dankeschön geht aber an Guido, der in diesem Jahr die Getränke gesponsert hat. Ohne Euch wäre das Bergrennen nicht so perfekt gelaufen.

Ich freue mich schon auf das nächste Rennen am 19. August in Oschersleben, wenn es aufgrund der kurzen Erholungs und Vorbereitungszeit auch etwas in Stress ausartet.

Wir sehen uns….

Viele Grüße aus Osnabrück

Andreas von der Haar

 

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