Teambericht zum Tripple des BATC am 26.10.2008 in der Motorsport Arena Oschersleben

Am 25. Oktober begann mit dem Verpacken des Materials sowie dem Verladen unseres top vorbereiteten Fahrzeugs das für unser Team letzte Rennwochenende in der Saison 2008. Der Braunschweiger Auto und Touren Club BATC lud zu einer 3fach Bördesprint Veranstaltung in die Oscherslebener Motorsport Arena. Es galt, 2 Veranstaltungen mit je 20 Rennrunden, sowie eine dritte Veranstaltung mit 30 Rennrunden zuzüglich der entsprechenden Trainingssitzungen zu absolvieren. Entsprechend akribisch wurde unser bewährter Seat Ibiza Cupra gecheckt und vorbereitet. Standfestigkeit und Konstanz waren gefragt. Einzig der Motor machte Chefmechaniker Lowmax und Fahrer Andreas etwas Sorgen. So war seit einigen Rennen ein größerer Ölverbrauch festzustellen. Bei genauerer Kontrolle stellten wir starke Staubverschmutzung in der Luftführung vom Luftfiltergehäuse zum Saugrohr fest. Aus unerfindlichen Gründen hatte der Motor offensichtlich Staub angesaugt und das lässt auf eine Vorschädigung der Kolbenringe schließen. Offensichtlich hat bei einem vorherigen Rennen der Luftfilter nicht korrekt gesessen. Für eine Reparatur war allerdings keine Zeit. Mit leichten Bauchschmerzen verluden wir unser Fahrzeug also und starteten am Samstag Mittag in Richtung Magdeburger Börde. Mit an Bord waren Lowmax und Grillchef Stephan. Auch Clubkollege Andreas Kleine-Börger folgte uns mit seinem Team und seinem Honda CRX. Gegen 16:00 Uhr erreichten wir die Motorsport Arena und bezogen unsere Box 24. Eigentlich ein gutes Ohmen, da wir hier in der Saison 2005 unsere erste Meisterschaft feiern durften. In diesem Jahr sah es allerdings nicht so Erfolgversprechend aus, da aufgrund der schlechten Punkteausbeute in der September Veranstaltung Mitstreiter Detlef Kaczmarek, wenn auch sehr knapp, die Führung im Bördesprint Cup 2008 übernommen hatte. Aus eigener Kraft konnten wir also vermutlich keine Vorentscheidung im Cup herbeiführen, zumal wir an der letzten Veranstaltung am 22. November aufgrund beruflicher Verpflichtungen des Fahrers nicht teilnehmen können. Wir konnten direkt die Dokumenten-/ und Technik Abnahme hinter uns bringen und verbrachten den Abend im Kreis unserer "Boxenmitbewohner". Auch Sven und Klaus Schulte waren am späten Abend zu uns gestoßen, wie auch 24h Teamkollege Markus Bulgrin mit seinem Opel Kadett. Es wurde traditionell "abgegrillt" und das eine oder andere Bier geöffnet. Da am nächsten Morgen bereits um 8:35 Uhr das Fahrerbriefing auf dem Zeitplan stand, begab sich Andreas gegen 23:00 Uhr ins Bett, auch, wenn durch die Zeitumstellung die Nacht eine Stunde länger war.

Um 7:00 Uhr am Morgen beendete der Wecker die Nacht. Ein kurzes Frühstück und dann begannen direkt die Vorbereitungen auf einen sehr langen Renntag. Andreas begab sich zum Nennbüro des BATC, um einen Startplatz für Maik Kruse zu reservieren, der mit dem brandneuen 24H Golf 5 TDI für die Saison 2009 an der 3. Veranstaltung teilnehmen wollte. Begleitet wurde er von Fahrzeugbesitzer Christian Eckstein und Hallenkollege Stefan Scholz. Anschließend ging es zur obligatorischen Fahrerbesprechung in das Pressezentrum der Motorsport Arena, in der Rennleiter Burkhard Scheunert sowie Orgaleiter Karl-Heinz Engel die Regeln und Besonderheiten der vor uns liegenden Veranstaltungen erklärte. Auch auf die Flaggensignale sowie eine faire Fahrweise wurden die Starter noch einmal eingeschworen.

Pünktlich um 9:00 Uhr wurde die Boxenampel an diesem Tag erstmals für das Training auf grün geschaltet. Andreas nutzte die zeit, um das Fahrzeug zu checken, sowie um Bremsen und Reifen anzufahren. Im letzten Umlauf legte er mit einer Zeit von 1:49,7 eine deutliche Duftmarke und zeigte, dass er gut drauf war und dass wir in jedem Fall um die Meisterschaftsentscheidungen ein Wörtchen mitreden wollen. Der erste Rennlauf verlief ohne Probleme. Der angeschlagene Motor funktionierte klaglos, ist ja auch schließlich ein echter Voss-Motor. Die Zeiten pendelten sich auf konstante tiefe 1:50er und 1:49er Rundenzeiten ein. Nach der Auslaufrunde lief Andreas dann allerdings auf einen langsam in der Boxeneinfahrt rollenden Golf von Detlef Kaczmarek auf. Im ersten Moment überlegte Andreas, Detlef in die Box zu schieben, da die Mechaniker allerdings im Laufschritt den gestrandeten Golf bereits fast erreicht hatten, quetschte er sich vorbei und erreichte die Box 24, wo sich die fleißigen Schrauber direkt auf den Ibiza stürzten, um alles zu checken und für den 2. Rennlauf bereit zu machen. Wie sich später herausstellte, war am Golf der vordere Achsschenkel beschädigt und es war kein Vortrieb mehr vorhanden. Leider bedeutete dieses das vorzeitige Ende für Detlef, da ein derartiges Spezialteil nicht zur Verfügung stand. Leider war damit auch die Bördesprint Meisterschaft entschieden, allerdings unter der Voraussetzung, dass der Ibiza durchhält. Da auch Kollege Michi Friedenstab im 2 Liter BMW M3 mit Bremsproblemen nicht alle Runden in Rennlauf 1 absolvieren konnte, lagen wir klar in Führung vor BMW Fahrer Wilfried Lechte. Der 2. Rennlauf wurde ohne Druck allerdings mit schnellen 1:49er Zeiten absolviert. Zufrieden konnte Andreas nach 20 Rennrunden unser treues "Postauto" im Parc-Ferme abstellen. Bereits nach kurzer Zeit stand das Veranstaltungsergebnis fest. Ein deutlicher Klassensieg vor Wilfried Lechte sowie ein sehr guter 2. Platz in der Gesamtwertung des ersten Rennlaufes standen für uns zu Buche. Lediglich BMW M3 Fahrer Heinz-Rolf Lütt konnte uns um lediglich 7 Sekunden distanzieren. Gleichzeitig verblieb Heinz-Rolf als einziger Konkurrent um die Meisterschaften 2008, allerdings bereits mit einem deutlichen Punkterückstand.

30 Minuten nach Aushang der Ergebnislisten wurde der Parc-Ferme freigegeben und wir durften unser Fahrzeug zur Vorbereitung auf Rennen 2 in die Box überführen. Sofort begannen Frank, Steffi und Sven, alles zu prüfen. Arbeit gab es allerdings keine, der Ibiza war in bestem Zustand, Reifen, Bremsen usw. waren oK. Lediglich Kraftstoff war aufzufüllen.

Rennen 2 begann abermals mit einer 20 Minütigen Trainingssitzung, die wir nur für wenige Runden nutzten, um Reifen, Bremsen etc, anzuwärmen. Den ersten Wertungslauf begannen wir wie immer als erster Teilnehmer. Ohne Probleme konnten wir Lauf eins absolvieren. Nach kurzem Fahrzeugcheck und Nachtanken ging es direkt in Lauf 2. Anfangs gab es keine Probleme, in Runde 4 allerdings gab es einen großen Schreckmoment, als sich am Eingang der Tripple Kurve der Aufprallschutz am Überrollkäfig direkt über dem Kopf des Fahrers löste und Andreas auf den Schoß fiel. Durch den Schreck verpasste er den Einlenkpunkt zur Mutkurve Tripple und geriet in den Dreck. Ein Quersteher und weitere bange Momente vergingen, aber letztendlich konnte Andreas das Fahrzeug abfangen und auf korrekten Kurs zurückbringen. Eine weitere Runde verging, bis die Reifen wieder vom Pickup befreit waren und wieder schnelle Rundenzeiten möglich waren. Ein weiterer "Big Moment" ereignete sich beim Überrunden von Ford Fiesta ST Fahrer Marc Bredow. Eingangs der ersten Runde hatte Andreas den Kollegen vor der neuen Schikane nach Start und Ziel bereits ausgebremst. Allerdings war aufgrund der inneren Linie und der dort verschmutzten Strecke ein etwas früherer Bremspunkt erforderlich. Dieses überraschte Kollegen Bredow, der beim Bremsen auf der Ideallinie seinen Fiesta kurzzeitig aus der Kontrolle verlor und um Haaresbreite in unseren Ibiza eingeschlagen wäre. Letztendlich gelang es Marc aber, sein Fahrzeug wieder unter Kontrolle zu bekommen und den Unfall zu verhindern. Ohne weitere Vorkommnisse konnte Rennlauf 2 beendet werden. Ein kurzes Gespräch mit Marc im Parc-Ferme brachte dann Klärung zur vorab beschriebenen kritischen Situation, ein kurzes Shake Hand und der Fall war ohne böses Blut erledigt.

Der Ergebnisaushang zeigte dann kurze Zeit später ein weiteres Top Ergebnis für uns. Klassensieg Nr. 2 sowie Platz 5 in der Gesamtwertung. Da auch Kollege Heinz-Rolf Lütt mit einer geplatzten Hinterachse hinter der Hotelkurve strandete, waren für uns unerwartet die beiden Meisterschaften vorab entschieden, auch wenn wir diese lieber im direkten Infight auf Strecke für uns entschieden hätten, war die Freude über diese Erfolge groß. Allerdings konzentrierten wir uns sehr bald auf Rennen Nr. 3, auch wenn die Titel vergeben waren, wollten wir nun noch ohne Druck einen Angriff auf eine gute Platzierung in der Gesamtwertung wagen. Nach Beendigung des Parc-Ferme kümmerten sich die Mechaniker wieder um den Fahrzeugcheck und die Vorbereitung für das Rennen. Nach den ersten beiden Rennen waren die Bremsbeläge der Vorderachse verschlissen und mussten getauscht werden. Weiterhin wurden Reifen getauscht und das Fahrzeug getankt. Aufgrund des leicht angeschlagenen Motors wurden auch insgesamt 1,5 Liter Motoröl ergänzt. Mit frisch gewartetem Fahrzeug begann Andreas das letzte Training. Hier wurden die neuen Bremsbeläge und Reifen angefahren und das Fahrzeug geprüft. Der Ibiza lief, wie das berühmte Schweizer Uhrwerk, trotz unserer Sorgen um den Motor. Nach dem positivem Eindruck aus dem Training entschied Andreas, noch einmal voll auf Angriff zu fahren, um ein Wörtchen um den Gesamtsieg mitzureden. Die Gesichter der besorgten Crewmitglieder zeigten nicht unbedingt volle Zustimmung zu diesem Entschluss, allerdings ist es für einen Fahrer einfacher, mit voller Konzentration weiter anzugreifen, als taktisch langsam zu fahren und Gefahr zu laufen, Flüchtigkeitsfehler einzubauen. Also, gesagt, getan, von Beginn an wurde kräftig gepusht und der Rennlauf mit Zeiten im konstanten 1:49er Bereich ohne besondere Vorkommnisse beendet. Ein kurzer Check zwischen den Rennläufen und mit einer Serie von Zeiten im Bereich von 1:48 wurden die noch ausstehenden Rennläufe ohne Probleme beendet. Unsere neue persönliche Streckenbestzeit konnten wir auf eine sehr gute 1:48,823 herunterschrauben. Zufrieden parkte Andreas den Ibiza ein letztes mal im Parc-Ferme. Nach kurzer Wartezeit wurden die Ergebnislisten veröffentlicht. Diesen war ein weiterer Klassensieg sowie Platz 3 in der Gesamtwertung zu entnehmen. Allerdings erwies sich dieses Ergebnis zunächst als provisorisch, da in unserer Klasse ein technischer Protest gegen den Kolbenhub am BMW 320iS von Klassenkollege Wilfried Lechte eingelegt wurde. Das Tages Gesamtergebnis wurde zunächst zurückgehalten, da die Untersuchungen der technischen Kommissare am beanstandeten BMW etwas Zeit in Anspruch nahmen. Da der involvierte Fahrer nicht auf den Pokalrängen gelandet war, entschloss sich Orga Leiter Kalle Engel dann aber, die Siegerehrung pünktlich durchzuführen, da aufgrund des Sonntags eigentlich alle einen mehr oder weniger weiten Heimweg antreten mussten. Somit durften wir uns über drei schöne Klassensieger Pokale freuen. Zum Ende entschloss sich der Veranstalter auch noch, bis zum 2. Platz die bis dahin geheime Siegerehrung der Tageswertung durchzuführen. Auf Platz 2 landete Berg Spezialist Rene Frank auf einem BMW M3 Coupe. Wir hatten uns bereits mit einem Platz dahinter abgefunden, als wir doch etwas überraschend als Gesamtsieger der Veranstaltung geehrt wurden. Der große Gesamtsiegerpokal, sowie ein schöner Siegerkranz gingen erstmals an unser Team. Mit unserem kleinen Ibiza ein beinahe sensationelles Ergebnis im Feld der 26 Gesamtteilnehmer. Unter ihnen z.T. deutlich stärkere Fahrzeuge. Die Freude im gesamten Team war natürlich Riesengroß. 3 Klassensiege, der Gesamtsieg und 2 gewonnene Meisterschaften, eine 100% Quote, das hatten wir auch noch nicht, der helle Wahnsinn!!!

Der Fahrer bedankt sich gerührt bei allen Teammitgliedern und Sponsoren für diese tolle Leistung, die nur mit diesem tollen Gesamtpaket möglich war. Tief Zufrieden machten wir uns nach der Siegerehrung auf den weiten Heimweg, allerdings nicht ohne ein gemeinsames Abendessen in der Raststätte Ursleben. Gegen 23:00 Uhr erreichten wir die Halle und entluden direkt Rennfahrzeug und Equipment.

Wie bereits erwähnt, muß die letzte Veranstaltung am 22. November leider ohne uns stattfinden, da sich der Fahrer zu dieser Zeit auf einer Dienstreise im Ausland befindet. Der Job geht nun einmal leider vor. Besonders ärgerlich ist hierbei, dass wir leider auch nicht an der am gleichen Abend im Hotel der Motorsport Arena stattfindenden Siegerehrung des Bördesprint Cup teilnehmen können. Dieser gesellige Abend im Kreis der Kollegen, die man sonst immer nur auf und neben der Strecke trifft, ist immer besonders nett und umso ärgerlicher ist der berufliche Termin an dieser Stelle.

Somit endet unsere Saison 2008 leider nach diesem Wochenende vorzeitig. Umso mehr Zeit haben wir allerdings, das Fahrzeug wieder optimal auf die neue Saison vorzubereiten. Wobei aus heutiger Sicht noch nicht abzusehen ist, wie das Programm 2009 aussieht. Wie sicherlich aufgrund der Präsenz des neuen Golf 5 TDI ersichtlich, wird es im nächsten Jahr ein neues 24 Stunden Projekt auf dem Nürburgring geben. Allerdings befindet sich die Fahrerzusammensetzung noch in der Klärung. Man wird sehen, in welche Richtung es geht im nächsten Jahr.

Der Fahrer bedankt sich in jedem Fall noch einmal auf das herzlichste bei diesem tollen Team, sowie bei allen Sponsoren und Freunden für die grandiose Unterstützung. Ohne Euch wäre das alles nicht möglich. Ich hoffe, dass wir noch sehr lange auf diesem Niveau zusammen weiterarbeiten können und freue mich auf noch viele schöne Stunden mit Euch an den Rennstrecken dieser Welt.

Für das gesamte Team

Andreas von der Haar

 

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